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80133 Napoli - Piazza Matteotti (Palazzo delle Poste)

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DER ERSTE NEAPOLITANISCHE Journalistenverband war das „Sindacato Corrispondenti". Er wurde 1907 im Zwischengeschoss mit zwei Räumen eines heute nicht mehr bestehenden Gebäudes in der Via Monteoliveto gegründet, neben dem alten Café Molaro und gegenüber dem historischen Palazzo Gravina, der zu jener Zeit Sitz des Post- und Telegraphenamtes war. Dorthin begaben sich die Journalisten mehrmals am Tag, um den Zeitungsredaktionen ihre Berichte über bedeutende Inlandsereignisse zu telegraphieren.
Im darauffolgenden Jahr stellte die Postdirektion den Korrespondenten einen geräumigen, an das Telegraphenamt angrenzenden Saal mit Tischen zur Abfassung ihrer Artikel und Schränken zur Aufbewahrung der ersten Zeitungs- und Zeitschriftensammlungen als unentbehrliche Arbeitsausstattung zur Verfügung. Die aus beruflichen Erfordernissen heraus ins Leben gerufene Zeitungslesehalle konnte ihren Bestand dank vieler Schenkungen, darunter die des Publizisten Vincenzo Riccio (Postminister im Kabinett Salandra) schnell erhöhen und begann, zu einer kostenlosen Einrichtung für die Öffentlichkeit zu werden.
Unter den Gründern des „Sindacato" war der Korrespondent des „Giornale di Sicilia" Vincenzo Tucci derjenige, der den entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der Zeitungslesehalle gab: 1917 gelang es ihm, von der Post einen größeren Sitz in den ehemaligen Wohnräumen der Familie Orsini zu erhalten sowie Bücherschränke und auch finanzielle Unterstützung zu bekommen; und die größten bildenden Künstler der Zeit (Aprea, Balestrieri, Carignani, Casciaro, Ciletti, Jerace, La Bella, Magnavacca, Parente, Passaro, Postiglione, Prisciandaro, Uva, Viti und andere) überließen der „Emeroteca Tucci" 22 große Gemälde, zu denen später noch vier Skulpturen von D’Orsi, Gatto und Mercatali hinzukamen.
Im Jahre 1936 zog die Zeitungslesehalle „Tucci" in das neue große, auf der Piazza Matteotti errichtete Postgebäude (Palazzo delle Poste) ein. Und seitdem haben drei Generationen korrespondierender Journalisten bei der Leitung dieser wachsenden Institution einander abgelöst. Hier bereiten jedes Jahr Hunderte von Studenten aus dem In- und Ausland ihre Doktorarbeiten vor und arbeiten Wissenschaftler verschiedenster Universitäten wie Tokio oder Warschau, Bern oder Frankfurt, Caracas oder Madrid, London oder Paris, aus Connecticut, Indiana und Nevada.
Neben dem Postministerium haben ab 1915 auch das Unterrichtsministerium, die Provinzverwaltung, Stadt und Handelskammer Neapel sowie der Banco di Napoli mit finanzieller Unterstützung zur Entwicklung der „Emeroteca Tucci" beigetragen. Geblieben sind von diesen Geldgebern seit einigen Jahren allerdings nur noch der Banco di Napoli und die Handelskammer Neapel. Seit 1996 gilt jedoch ein Gesetz der Region Kampanien, das die Weiterexistenz und den Ausbau einer kulturellen Einrichtung ermöglichte, die zu einem festen Orientierungspunkt für Wissenschaftler und Studenten aus fünf Kontinenten geworden war.
Die an die Stelle des Ministeriums getretene Italienische Post AG unternimmt beachtliche Anstrengungen, um eine kleine Gruppe von Postmitarbeitern, die im Laufe der Jahre Archivare und Bibliothekare geworden sind, auch weiterhin in der Zeitungslesehalle zu beschäftigen.
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