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SEIT 1936 HAT die Zeitungslesehalle
un Bibliothek (Emeroteca-Biblioteca) Tucci ihren Sitz im Postgebäude (Palazzo delle
Poste) von Neapel, das vom Bologneser Architekten Giuseppe Vaccaro (1896-1970) entworfen
wurde und unter Mitwirkung seines Kollegen Gino Franzi entstand.
Obwohl sich der Hohe Kommissar der Stadt Neapel, Michele Castelle, der Ausführung des
Bauvorhabens widersetzte, stieß diese bei Mussolini auf volle Zustimmung, und zwar auch
dank des Plädoyers von Marcello Piacentini, der Hauptarchitekt des Regimes war.
Kennzeichnend ist die von Vaccaro selbst in der vom Nationalen Faschistischen
Künstler-Verband (Sindacato Nazionale Fascista) unter der Leitung von Piacentini
herausgegebenen Zeitschrift Architettura e Arti Decorative gepriesene Verbindung
von Klassizismus und Modernität. Eine Hommage an die Renaissance findet man auf der
Gebäudebasis aus Dioritgestein von Baveno am Lago Maggiore, dessen dunkelgraue Farbe an
das neapoletanische Piperno-Tuffgestein erinnert. Auftraggeber des Postgebäudes war das
von Costanzo Ciano geleitete Verkehrsministerium.
Und es war gerade Ciano sen., der Vaccaro als Gewinner des nationalen Auswahlverfahrens
(bei dem der Neapolitaner Canino, die Römer Aschieri, Giobbe und Limongelli, der Turiner
Titta und der Bolognese Capezzuolo keinen Erfolg hatten) auf die Notwendigkeit verwies,
großzügige Räumlichkeiten für den Pressesaal zu entwerfen. Dieser sollte, wie man in
der Zeitung Il Mattino" vom 12. September 1935 im Artikel eines
Berichterstatters nachlesen kann, der die Baustelle besuchte, fünf mit
Kunstgeschmack eingerichtete ausgedehnte Räume" umfassen, wo die
Zeitungslesehalle (Emeroteca) des Journalistenverbandes, das Sekretariat, die Arbeits- und
Lesesäle sowie der Saal mit Telefonkabinen ihren würdigen Standort finden werden".
Am 30. September 1936 wurde das Gebäude von Verkehrsminister Benni feierlich eröffnet.
Den ihn empfangenden Journalisten Silvio Amoroso und Vincenzo Tucci versicherte er
unter anderem-, dass der wachsenden Zeitungslesehalle (Emeroteca) als Juwel der
Postverwaltung in Zukunft weitere neue Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden
sollten. Vorher hatten die Zeitungslesehalle und der Pressesaal gemeinsam mit dem Post-
und Telegraphenamt fast 30 Jahre lang ihren imposanten Sitz in den historischen Sälen des
Palazzo Gravina. |
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